«Mini-Organe, grosse Hoffnung: Wie Organoide die Medizin verändern»
Wie können wir Krankheiten besser verstehen, ohne direkt am Menschen zu experimentieren? Eine Antwort darauf liefern sogenannte Organoide: winzige, aus menschlichen Zellen gezüchtete Gewebe, die überraschend viele Eigenschaften echter Organe nachbilden können. Sie ermöglichen Forschenden einen neuen Blick auf die Entstehung von Krankheiten und die Entwicklung zukünftiger Therapien. In diesem Vortrag erfahren Sie, wie solche Modelle hergestellt werden und warum sie die biomedizinische Forschung in den letzten Jahren revolutioniert haben. Anhand aktueller Beispiele zeigen wir, wie Organoide eingesetzt werden, um menschliche Biologie besser zu verstehen und neue Medikamente zu entwickeln. Gleichzeitig werfen wir einen Blick auf die Möglichkeiten und Grenzen dieser Technologie. Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz dabei? Und wie könnten biologische Modelle und KI gemeinsam die Forschung der Zukunft prägen? Der Vortrag richtet sich an alle, die wissen möchten, wie moderne Wissenschaft heute versucht, die Medizin von morgen zu gestalten.
Der Event findet auf Englisch statt.
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Maurice Kahnwald:
Nach seinem Studium der Biomedizin und Biochemie in Mannheim, Deutschland, widmete sich Maurice Kahnwald vier Jahre lang seiner Doktorarbeit: Er entwickelte ein Organoidmodell des menschlichen Darms und untersuchte die darin enthaltenen Stammzellenpopulationen. Auf dieser Grundlage baut seine heutige Arbeit auf. Seit zwei Jahren leitet er als Projektleiter das Applied Tissue Models Center (ATMC) am Friedrich Miescher Institut in Basel. Dort koordiniert er Kollaborationen mit Partnern aus Forschung und Industrie, treibt die Automatisierung von Laborprozessen voran und gestaltet die Weiterentwicklung innovativer Gewebemodelle mit. Ein wichtiger Teil dieser Arbeit ist auch die Ausbildung: Er engagiert sich aktiv im Training der nächsten Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Umgang mit diesen neuen Modellsystemen.
Philipp Hoppe:
Philipp Hoppe ist Laborleiter bei Novartis in Basel. Seit knapp 11 Jahren arbeitet er daran, menschliche Krankheitsmodelle für die Entwicklung neuer Medikamente nutzbar zu machen. Nach Studium und Promotion im Bereich der Stammzellbiologie in München sowie einem Forschungsaufenthalt an der ETH Zürich wechselte er zu Novartis. Heute verbindet er moderne Genomik, Automatisierung und innovative Gewebemodelle, um Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu ermöglichen. Im Applied Tissue Models Center (ATMC) entwickelt er gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Technologie zukunftsweisende Modelle für die biomedizinische Forschung.